Reflexion

Viel ist geschehen seit der Veröffentlichung unseres Textes zur Sicherheitskonferenz 2012. Es hat ein überwältigendes Echo gegeben, sowohl konstruktive Kritik wie auch wüste Beschimpfungen sowie Anfeindungen schlugen uns entgegen, und wir wollen uns nach Kräften bemühen die vielen hilfreichen Anregungen, die uns überzeugt und zum Überdenken von Teilen des Inhalts des Textes angeregt haben, aufzugreifen. Es ist uns wichtig, diesen Prozess auch als Suche nach der eigenen Position verstanden zu wissen, denn wir haben die vielzitierte Deutungshoheit nicht gepachtet, wissen nicht alles, schauen auf niemanden herab, und freuen uns über jede*n der sich mit unseren Zielen identifizieren kann, denn als brandneues Kollektiv sind wir im Entstehen begriffen. Wir wollen uns abgrenzen von Leuten in deren engem Weltbild wir schon längst in eine Schublade gefallen sind. Wir sind nicht eure Quotenantideutschen. Die autonome Szene sollte sich nicht aus verfeindeten Lagern zusammensetzen, die sich gegenseitig unversöhnlich gegenüberstehen, sondern aus Kollektiven, die untereinander konstruktive Kritik austauschen. Aus diesem Grund tragen wir die Kritik im Namen, und nicht um Mit Lärm und Krawall all diejenigen, die nicht unserer Meinung sind zu verspotten, dies überlassen wir mit Freude Anderen.
In der nächsten Zeit wollen wir im Rahmen dieses Blogs Kritik aufgreifen, zu Vorwürfen Stellung nehmen, Missverständnisse ausräumen, sowie unsere Positionen entwickeln. Wir freuen uns auf Zusammenarbeit und Dialog, aber auch auf kontroverse Diskussionen.

Da diverse Gerüchte zur siko 2012 kursieren: akut ist nicht verantwortlich für den Block, der die Demonstration zeitweise begleitete! Diese Aktion wurde nicht von akut organisiert. Wir übernehmen für nichts Verantwortung, das über das Verteilen des Schachbrettflyers hinausging.

Die Welt ist kein Schachbrett.

Die Welt ist kein Schachbrett

Am 4.2.2012 findet in München die NATO-Sicherheitskonferenz statt. Ein Anlass zum Protest. Aber halt! Gegen oder für wen oder was wollen wir an diesem Tag überhaupt demonstrieren? Sind es „Reiche“, „Banken“ und „Konzerne“, die uns hier in unserem Recht auf demokratische Mitwirkung an Entscheidungsprozessen beschneiden? Ist es die NATO, die in geheimen Zirkeln Entscheidungen zu unser aller Schaden trifft? Ist hier das Böse und Verkommene der Welt angetreten, um Mord und Totschlag an unschuldigen „Völkern“ zu planen? Und kann uns völkisches Denken in unserem Kampf für Frieden und Gleichheit auf dieser Welt wirklich weiterbringen? Sollte man also die „Völker der Welt“ als legitime Zusammenschlüsse akzeptieren und jede Einmischung in ihr „Recht auf Selbstbestimmung“ als Verbrechen werten? War die Intervention der westlichen Staaten wie zum Beispiel in Libyen ein „Verbrechen an der Zivilbevölkerung“ und hat die Lage drastisch verschlimmert? Welche Rolle spielen Rassismus, Sexismus, Homophobie und Heteronormativität als Unterdrückungsmechanismen? Und ist der Iran ein Bollwerk gegen diesen unbändigen Imperialismus oder doch eher eine autoritär islamistisches Regime, dessen Einwohner*innen Wohlstand und Freiheit einfordern und Gewalt und Folter bekommen? Sind manche Staaten „böse“, andere „gut“? Ist die Welt ein Selbstbedienungsladen für verkommene westliche Kriegsbündnisse? Und wer ist eigentlich Mahmut Ahmadinedschad? Fragen über Fragen. (mehr…)